Dienstag, 13. Oktober 2009

verstrickte Dienstagsfrage 42/2009

Die Bezahlung, wenn man für Geld strickt, ist allgemein sehr gering, ebenso wenn man Selbstgestricktes verkauft: Der Lohn, umgerechnet auf die Stunde ist lächerlich. Gesetzt den Fall, man würde für das Stricken anständig bezahlt werden - würdest Du dann Deinen Beruf wechseln und professionelle Auftragsstrickerin werden? Falls nein, warum nicht?
Frage vom Wollschaf

Ich habe schon darüber nachgedacht. Vor allem als mein Lieblingswolladen mit der wunderbaren uralten Frau Meise geschlossen hat - sie wollte mit 90 Jahren endlich in den Ruhestand gehen.

Sie hatte nicht nur den Laden, sondern auch noch den Keller und den Gang die Treppe hoch vollgestopft mit Wolle aller Art und jeder Marke. Eine wunderbare riesige Auswahl, so viel konnte man gar nicht auf einmal gucken. Und sie wusste für alles und jeden einen Rat. Auftragsarbeiten hat sie auch angenommen.

Danach machte in diesem Laden wieder ein Wollgeschäft auf. Ganz spartanisch eingerichtet und ausschließlich Wolle eines Vertragspartners. Und wenn man da reinging und nach Rat fragte, kam nur: Das weiß ich nicht, aber sie können hier ein Buch kaufen. Ganz klar, da war ich nur ein Mal ganz kurz drin.

Wenn, dann würde ich ein Geschäft mit dem Charme von dem von der uralten Frau Meise eröffnen mit Strickkursen und einer Strickbuch-Bibliothek. Klar würden auch Aufträge entgegengenommen. Aber nur in meiner Fantasie, denn beruflich verfolge ich andere Ziele, als Auftragsstrickerei. Das heißt, Aufträge stricke ich ja jetzt auch. Aber diese gebe ich mir selbst, denn sie kommen von Herzen.

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